Literatur Talkshow


Personen: Talkmaster (TM), Gott (GT), Luzifer (LZ), Paul Breitner (PB), Heinz Depp (HD)


Applaus ohne Ende, frenetischer Beifall 
TM: Danke, liebes Publikum, ... Danke.... vielen Dank...
Applaus verebbt allmälich.
TM:
Herzlich willkommen zu einer neuen Folge von "Autoren plaudern aus dem Nähkästchen", hier im Offenen Kanal Trier. Ich bin besonders stolz ihnen heute ganz besondere Gäste vorstellen zu dürfen. Ich will nur soviel verraten: der Bestseller- Autor schlechthin, der Autor des meistgelesenen, meistgedruckten, meistübersetzten Buches überhaupt, gibt sich heute hier die Ehre, um sein neuestes Werk vorzustellen. Man soll ihn nicht beim Namen nennen, ich denke jeder weiss, von wem ich rede...
wilder Applaus, Jubel, Teenies kreischen...., Plakate werden ausgerollt "Gott, Du bist cool !",...
TM:
Aber natürlich haben wir auch seinen schärfsten Kritiker und Kontrahenten eingeladen, der seit Anbeginn der Zeiten  kein Blatt vor den Mund genommen hat, und nun endlich seine lang erwartete Gegendarstellung - seine Sicht der Dinge - veröffentlicht hat. 
Publikum buht teilweise, Kamera zoomt auf kleine Gruppe schwarzgekleideter Satanisten mit Plakat: "Meister, Dein Zorn möge über sie kommen!"
TM:
Aber zuvor werden wir noch zwei weitere Ausnahme-Autoren bei uns zu Gast haben: Paul Breitner stellt sein neuestes Buch vor: "Der Ball muss ins Tor" und Heinz Depp stellt den ersten Analphabeten-Roman vor "Fick Kranich Schreien".
mäßiger Applaus
TM:
Und hier ist er: HEINZZZZ DEPP! (wenig Applaus)
Herzlich willkommen Herr Depp.(Händeschütteln, beide setzen sich)
Herr Depp, sie haben in den letzten Wochen mit ihrem Debut-Roman "Fick Kranich Schreien" für eine kleine Sensation gesorgt, handelt sich es doch um den ersten Roman eines Autors, der nicht schreiben kann...
Also im Sinne von wirklich nicht 'Lesen-und-Schreiben" können...
HD:
Jo, so kann man det woll sachen...(einen Moment des Schweigens)
TM:
(leise irritiert) Wollsachen? (laut in Kamera) Hören wir mal einen kleinen Auszug: 
(Einblendung Vorleser:)
Fick- Kranisch- Schreien

Das Sitz fick nun und Tod sprechen. DAT Dingen totes Aufreiben. Da schmachtet garnicht viel, DAT mickrig schreien kann. 

TM:
Was hat sie denn zu diesem Werk inspiriert ?
(TM hält ein Buch in die Kamera, legt es auf den Tisch.)
HD:
Jo, dat war halt mol so: Ick kann ja nu nich lesen und dat mit'm Schreiben, det geht auch nich so dolle. Un dat fand ick immer so mit Dikrimination und so. Also da hab ick mir so diskreditiert gefühlt. Unn da dacht ick: jetz zeichste mal den Leut, wat so ein Analphabet so alles auf de Kiste hat, dat ma auch als so einen wat leisten kann.
TM:
Interessant, interessant. Und wie haben Sie das dann verwirklicht?
HD:
Wie meinste dat denn nu?
TM:
Also ich meine, wie haben sie das dann realisiert, ein Buch schreiben ohne schreiben zu können, also rein technisch gesehen, hatten sie zB. eine Sekretärin, der sie das alles diktiert haben ?
HD:
Sekretärin - hähä, der is gut, ick un en Sekretärin, nö echt, dat is gut. (lacht)
TM:
Also haben sie doch alles selbst geschrieben ?
HD:
Äj, Du hass doch nit mehr alle, ick bin en echten Analphabet, ick bin nich so'n Simultant, der wo nur so tut, wie wenn er nich schreiben könnt. Un früher da hat halt immer mein Frau so Sachen gemacht, wie Sozialhilfe und der ganze Formularkram un so, oder mich det Fernsehprogramm vorjelesen. Aber die is dann mit so'nem Nescher abgehaut, in de Karibik un so, un da hatse zu mich gesacht: der Nescher, der käm ausm Busch un der könnt trotz dass dat der en Nescher ausm Busch is, trotzdem da könnt der schreiben. 
TM:
Und das hat sie dann angestachelt, es auch mal mit dem Schreiben zu probieren.?
HD:
Nöh! Dat war ganz gut, dat ick die Alte endlich los war. Endlich mal wieder in de Kneipe abhängen un Saufen bis zum Umkippen, ohne dat die Alte zuhause lauert un mir dumm anmacht, vonwegen dat ick nich heimkomm. Soll'se sich doch mit ihrem Bimbo in de Karibik Liebesbriefe schreiben. Der tut mich jetz schon leid - der Nescher. Abba so'ne blonde, weisse, dicke Frau, dat is halt wat ganz besonders dort, mit Wuuduuu un so..
TM:
Zurück zu ihrem Buch, wir wissen nun immer nochnicht, wie sie denn ohne zu schreiben ein ganzes Buch ... ja ... 'erstellt' haben.
HD:
Nun, dat war mal so: mein Neffe, der Kevin, der hat nen Kombjudär un der war so mit Spielen un so nich mehr gut genuch, und da hat er jetz ein Bläh-Sdäschen-2 bekommen, wo man an de Glotze so spielen kann. Un da hat er mich den Kombjudär so-quasi-wie geschenkt. Un da hab ick zu dem Kevin gesacht, 'Du Kevin, wat soll ick mir mit so ein Kombjudär?', wo ick dat doch nich lesen kann un so. Un da hat der Kevin gesacht 'Alder, da brauchste doch gar nich für lesen, dat is jetz alles mit Windoos. Un Spracheingabe mach ick dich auch druff'. Un da hat der so Sofftwer, un so ein Spracheingabe instaltiert. So nennt der dat.
TM:
Ach so, und damit konnten sie dann praktisch dem Computer ihren Text diktieren und den dann drucken.
HD:
Ja un der Kevin hat auch gemacht, dat ma den Text so irgendwie mit Inder-Netz un so lesen kann, "inder ganzen Welt, net nur in Indien", hat'n gesacht, wie mit'm Telefon un so. Wie'n Telefon-Netz für Kombjudär un Inder.
TM:
Und wie wurde dann ihr Verlag auf sie aufmerksam ?
HD:
Ja, da musst ick dann gar nichs mehr für tun, dat hat dann dat Indernetz alles gemacht, da hat dann so ein Reaktor von dem Verlach angerufen und wat gesacht von 'neue Medizin' un 'Indernetz-Auto' un dat dat en Trend is mit 'Aussenseiter-Literatur' und 'Multikulti' ... äh nä... mit 'Multimedia' un so.
TM:
Sie wurden also praktisch über's Internet vom Verlag entdeckt.
HD:
Ja so ein 'Trenn's-Kraut' oder so wat, so hat der gesacht.
TM:
Und welche Zielgruppe wollen sie mit ihrem Buch erreichen?
HD:
Na, halt Leuts mit so Problemen wie ick se hab, so auch so Analphabeten.
TM:
Herr Depp, nur noch eins, denn unsere Zeit wird knapp: Was bedeutet denn der Titel "Fick Kranich Schreien", sicher eine Anspielung auf den Neo-Dadaismus.
HD:
Dada-is-... was? Nö, dat is ja ganz falsch, auch wat der da eben vorjelesen hat, hab ick nie so gesacht. Dat Buch geht los: " Ick kann nich Schreiben. Da sitz ick nun un tu sprechen. Dat Dingen tut et aufschreiben. Da macht et gar nich viel, dat ick nich schreiben kann." 
TM:
(verwirrt) Ach so. (Nimmt das Buch vom Tisch und schaut rein). Ach so. "Das Sitz fick nun und Tod sprechen." heisst in Wirklichkeit "Da sitz ick nun un tu sprechen.". Das war ein Computerfehler!. Das mit der Spracherkennung , also na gut... Ein grossartiges Werk auf jeden Fall. Herr Depp, wir danken ihnen. Und ich begruesse unseren nächsten Gast: Paul Breitner. 
(Applaus. Breitner komm rein. Setzt sich.)
TM:
Herr Breitner, vielen sind sie noch in lebendiger Erinnerung als die Fussball-Ikone der 70er und frühen 80er Jahre. Unvergessen ihr Doppelpass zu Karlheinz Rummenigge 1982 bei der WM in Madrid, der im Endspiel beinahe zum Ausgleichstreffer gegen Italien geführt hätte... (Einspielung, Fussballspiel.)
PB:
Ja, was mir 1974 mit Beckenbauer im Halbfinale der WM in München eigentlich viel besser geglückt ist.
TM:
Ja, leider sind die Rechte für die gewonnene WM '74 nun bei Kirch, so dass wir mit diesem Ausschnitt hier ihre spielerische Genialität zeigen wollten... es war ja Rummenigge, der dann daneben schoss.
PB:
Ja das ist das schwere Los des offensiven Außenverteidigers, dass all seine Mühe umsonst war, wenn der Stürmer versagt. Also das soll jetzt nicht gegen meinen respektierten Mitspieler und langjährigen Teamkollegen Karlheinz Rummenigge gehen, ich meine mehr allgemein die Situation des Links-Außens.
TM:
Ja, und ihre wertvollen Erkenntnisse geben sie nun der kommenden Generation weiter, in ihrem neuen Buch "Der Ball ist rund".
PB:
"Der Ball muss ins Tor"
TM:
Ja, das auch.
PB:
Nein, das Buch heisst "Der Ball muss ins Tor"
TM:
Oh, ja, was hab ich denn gesagt?
PB:
Sie haben gesagt "Ja, das auch.".
TM:
Wie? Ach ja, das auch. Das hab ich auch gesagt, aber ich meine davor.
PB:
Davor hab ich gasagt "Der Ball muss ins Tor" ,weil sie gesagt haben, mein Buch hiesse "Der Ball ist Rund", aber das war das Buch von Sepp Herberger.
TM:
Stimmt der berühmte Sepp Herberger. Der hat ja noch so Sachen gesagt wie "Vor dem Spiel ist nach dem Spiel"
PB:
Nein, "Nach dem Spiel ist vor dem Spiel" das stand - glaube ich- in seinem zweiten Buch "Elf Freund müsst ihr sein."
TM:
Stimmt. Jetzt wo sie es sagen, fällt es mir auch wieder ein. Aber nun zu ihrem Buch, bisher sind ja nur Vorauszüge in dem Fachjournal "Kicker" erschienen, um was geht es denn genau?
PB:
Ja wie gesagt, es geht um die eigentlich existenzielle Frage des Fussballs: wie kommt der Ball ins Tor hinein? Heute ist der Fussball ja nicht mehr, wie zu meiner Zeit. Heute überwiegen ja Star-Rummel und kommerzielle Interessen, wie Merchandising und Product Placement, fehlt eigentlich nur noch, dass der Ball durch eine Coca-Cola- oder Pepsi-Dose ersetzt wird, je nach Sponsor. Also das soll jetzt keine Reklame für ein bestimmtes Getränk sein, es könnte auch eine Fanta-Dose sein, aber mir geht es halt um den 'eigentlichen' Fussball. Und da muss der Ball ins Tor - und sonst rein garnichts.
TM:
Sehr interessant. Es geht also weniger um die Technik des Offensivspielers, wie in Beckenbauers Buch "Libero vor, noch ein Tor - auch ein Libero kann Tore schiessen", sondern mehr um das ja... philosophische Umfeld?
PB:
Das kann man so nicht sagen, denn Technik, Taktik, Strategie und 'Philosophie' wie sie es nennen, sind ja nicht  isoliert voneinander zu sehen . Meine Erfahrung ist auf jeden Fall, das Technik allein ohne die richtige Mentalität nichts bringt, oder nicht das, was es soll -  nämlich Tore. Es geht ja auch um Gruppendynamik im Team und so. Sehen sie mal den Maradonna oder jetzt den Rinaldo, technisch brilliante Spieler, aber eben Einzelkämpfer, schlimmer: egozentrische Stars und dann nehmen sie mal so ein Team wie Kamerun in der WM 1994, eigentlich alles Amateure, schlimmer noch: fussballtechnische Dilettanten, aber sie hatten halt den richtigen Teamgeist, sozusagen die Spiritualität, die auch zum Fussball gehört und die sich auch auf den Zuschauer überträgt.
TM:
Und heute in diesem technisch perfekten Langweiler-Fussball bleibt der Zuschauer praktisch... ja ungerührt?!
PB:
Genau. Man spielt ja auch für den Zuschauer und der will Einsatz sehen, der will sich mit dem Team identifizieren können und nicht sehen, wie lahme Millionäre vereinzelt technische Kunststückchen vollführen, die dann aufgrund von mangelndem Teamgeist versanden, bevor man auch nur den gegnerischen Strafraum erreicht. Und letztendlich will der Zuschauer vorallem eins: Tore; Tore; Tore! Der Ball muss ins Tor!
TM:
Sie äussern sich in ihrem Buch vor allem kritisch über die heute übliche Abwehrhaltung, sobald ein Tor gefallen ist, und eine Seite führt, passiert nicht mehr viel.
PB:
Ja, alle blocken dann. Keiner wagt sich mehr vor, man spielt heute lieber auf ein Unentschieden, als auch nur einen Gegentreffer zu riskieren. Das Ergebnis sind langweilige Ballschiebereien nahe der Mittellinie. Taktisches Hickhack ohne eigentliche Strategie. Und vor allem ohne Kampfgeist. Mir als Quasi-Stürmer ist das natürlich erst recht ein Dorn im Auge.
TM:
Herr Breitner, die Zeit drängt und das Publikum wartet schon ungeduldig auf den Hauptgast unserer heutigen Sendung, ich hoffe sie haben Verständnis wenn wir es hierbei als Schlusswort belassen...
PB:
Selbstverständlich, es ist mir ja selbst eine grosse Ehre neben einer so bedeutsamen Persönlichkeit in der selben Talkshow auftreten zu dürfen.
TM:
Noch mal das Buch von Paul Breitner (in die Kamera haltend): "Der Ball ist...äh ... muss ins Tor", erschienen bei dtv. 19,80 DM. Und nun, meine Damen und Herren (kreischendes Publikum), der Mann, der wie kein anderer diese Welt geprägt hat, der erfolgreichste Autor aller Zeiten, der Schöpfer von Himmel und Erde himself, (das Publikum gerät in extatischen Jubel, einzelne Buhrufe, Einblendung Satanisten)hier ist er, GOTT !!!
(Gott kommt rein, hebt die Hände grüssend zum Publikum, umarmt TM, gibt HD und PB die Hand, endloser Applaus)
GT:
Meine Kinder, ich grüsse Euch, hier bin ich wieder...
(Applaus verstummt langsam)
GT:
Danke, danke,... (Applaus hält inne)
GT:
Vielen vielen Dank für diese nette Begrüssung...(eine kleine Pause, Gott wendet sich zum TM.)
TM:
Darf ich ersteinmal fragen, wie Sie angesprochen werden wollen? "Herr" oder "Eure Heiligkeit" oder ?
GT:
"Herr" reicht vollkommen.
TM:
Ja, Herr... äh, ja. Sie sind ja nun da, um Ihr neustes Buch vorzustellen, das eben erschienene "Testament Teil III" die Fortsetzung der enorm erfolgreichen Bibel. (Jubel im Publikum)
GT:
So ist es, mein Sohn. 
TM:
Ja. Lange hat man ja nichts mehr von Ihnen gehört...
GT:
Ja, in den letzten 2000 Jahren hab ich etwas ausgespannt und mich mehr um meine eigentliche Familie gekümmert, also nicht das ich meine Söhne und Töchter hier auf Erden nicht auch liebte, aber nach all dem Stress bei der Erstellung des neuen Testaments, wo mir mein Sohn kräftig dabei geholfen hat, und nicht zu vergessen die vier hervorragenden Lektoren und eigentlichen Herausgeber damals: Johannes, Mathäus, Lukas und Paul, also nach all dem Stress mit so schrecklichen privaten Krisen wie Kreuzigung und so, da wollte ich einfach mal etwas entspannen und abwarten wie sich das alles so entwickelt, aber teilweise habe ich da auch nicht alles mitbekommen, das war dann zeitweise etwas viel und es hat sich ja auch prima verkauft - mein Buch, meine ich.
TM:
sozusagen eine schöpferische Pause.
GT:
Ja, wenn man beruflich so kreativ ist, wie ich es in den letzten Jahrmillionen war, auch mit Erschaffung von Himmel und Erde, ich bin ja nicht nur Autor, sondern auch sonst vielseitig schöpferig tätig, da muss man sich auch ab und an eine kleine Pause gönnen, um mal wieder etwas Abstand zu gewinnen, denn sonst kann es leicht passieren, dass man sein Werk nicht mehr objektiv genug einschätzen kann ... wo bleibt denn der Satan, ich denke der wollte auch kommen und mal wieder etwas rumnörgeln?
TM:
Ja, genau, wir haben hier ja eine offene Diskussion geplant und haben auch ihren schärfsten Kritiker, den bekannten und gefürchteten..
GT:
hohoho, "gefürchtet"... der Schlawiner... wer hat denn vor dem noch Angst?
TM:
Äh,...   ich!
GT:
hohoho, der mit seiner Horror-Show, daß die Menschen dadrauf noch reinfallen... ich dachte ihr hättet es kapiert...hohoho
TM:
Wie dem auch sei, hier ist er, der Leibhaftige persönlich...Luzifer oder, wie der Herr ihn zu nennen pflegt... SATAN!!!
(Buhrufe aus Publikum, einzelne Pfiffe, leises 'Satan!Satan!'-Rufe)
(LZ kommt rein, ganz in Schwarz...)
LZ:
Danke, danke, ich wusste meine Anhänger würden in Scharen kommen und es diesem alten Sack endlich mal beweisen, wie weltfremd und abgehoben er ist...
(gibt TM die Hand, der bekommt schmerzverzerrtes Gesicht)
TM:
Auuuu!
LZ:
Weichling!
(LZ gibt PB die Hand)
LZ:
Auuuu! Der hat ja nen Händedruck wie'n Schraubstock! Den lass ich nicht in die Hölle rein.
PB:
Mag ich auch gar nicht.
LZ:
(garstig) Im Himmel gibt's aber kein Fussballplatz! ( PB schaut kritisch) LZ (zu HD): Hey Alter, Dein Buch is geil. Die ganze Zeit nur "Fick Fick Fick"!
HD:
Danke, danke, aber eigentlich heisst det 'Ick Ick Ick'
LZ:
Na - is auch gut, ein bisschen Egozentrik hat auch noch nie geschadet. (zu Gott): Na Jehowa, wie hamma's?
GT:
Frech wie eh und je. Ich heiss nicht Jehowa, das klingt so schwul.
LZ:
Bist Du doch auch! Treibst es immer mit deinem Sohn und dem heiligen Geist. Pädophiler Inzest und Gehirnwichserei nenn ich das. Kinderschänder!
GT:
So ein Quatsch labert der, nix als Sex, Drugs und Rock'n'Roll im Kopp - kein Wunder, dass aus dem kein guter Erzengel geworden ist. Dabei hätte er's bei mir so gut haben können und jetzt wohnt er im Katzenklo.
(LZ setzt sich, angewiedert beim Wort Katzenklo)
TM:
Katzenklo ? Ich denke Hölle!
GT:
Ach ja, Du warst wohl noch nie dort! Wie auch, lebst ja noch!
LZ:
Du aber auch nicht, Alter! Die Hölle is längst kein Katzenklo mehr! Is jetzt bereinigt. Der Adolf hat mir bei der Endlösung der "Katzenfrage" geholfen. KA-ZETT hat nun ne ganz neue Bedeutung.
GT:
KZ- Katzen-Zone?
LZ:
Eigentlich mehr KKZ- "keine Katzen-Zone", die haben wir alle...
GT:
...zum Teufel gejagt , hohoho (lacht)
LZ:
(frustriert und kleinlaut grummelnd) Idiot!
GT:
zur Hölle geschickt! HöHöHö.
TM:
Wir verstehen im Moment nicht genau, um was es geht! Könnten Sie vielleicht mal das Publikum aufklären.
LZ:
Ja, ich wollt hier ja auch mal mein neues Buch vorstellen, das "Katzenhasserbuch Teil III - Katzen ins KZ!" und auch das neue Buch meines Mitautors und Helfers "Mein Katzen-Kampf".
(LZ hält Bücher in Kamera)
TM:
Handelt es sich da etwa um ... (stockend, betroffen)
LZ:
Jo, genau... um euern Adolf! Der hat mir da echt geholfen mit dem Katzenproblem. Juden hamwa halt keine in der Hölle. Aber lauter Scheiss-Katzen. Katzenklo-Katzen. Kacken überall hin und stinken.
TM:
Aber was machen denn all die Katzen in der Hölle?
LZ:
Na, kacken halt.
GT:
Man muss zur Aufklärung des Publikums sagen, dass viele von Luzifers Anhängerinnen ihre Haustiere, nämlich Katzen, in die Hölle mitgenommen haben.
LZ:
Man muss dazu aber auch sagen, dass die im Himmel dafür eine Mäuse- und Rattenplage haben.
GT:
Unsinn, bei uns hat jede Maus ihr eignes Haus. Hohohoho
LZ:
Jetzt fängt er auch noch an zu dichten... wird ja immer schlimmer.
GT:
"Immer schlimmer", guter Reim, hohoho...
LZ:
Der treibt mich noch in den Wahnsinn mit seiner Lacherei...
TM:
Eigentlich sind wir ja hier um die Bibel, Teil3 zu besprechen. Was ist denn daran jetzt neu.
LZ:
Garnichts! Da steht der selbe Quatsch drin, wie im 2.Teil.
GT:
Das ist kein Quatsch.
LZ:
Das ist es doch, er will nur nicht zugeben, dass er seit dem ersten Teil schwer nachgelassen hat. Der war noch echt cool. Mit Aug' um Aug' und so'nem Zeug und der Sintflut, echt geil, sind fast alle bei ersoffen. Bloss das mit "von jeder Art ein Paar" auf der Arche Noah, da hätte man doch die Katzen ausklammern können.
GT:
Die Katzen haben genau so ein recht zu...
LZ:
...kacken wie die AIDS-Viren...
GT:
Der labert nur Quatsch, das mit den AIDS Viren...
LZ:
Stimmt, das waren die doofen Menschen selber...mit ihrer Geilheit und ihrem medizinischen Unsinn. Ich sag nur Malaria-Massenimpfung 1956 in Kenia... mit Affenleber als Grundlage.
GT:
Das war 1954 in Liberia und Affen-Niere.
LZ:
Klugscheisser, immer einen auf allwissend machen. Sag mal, wer hat 1974 die WM gewonnen?
GT:
BR Deutschland.
BP:
Ja, wir.
LZ:
Unsinn, wer hat was von Fussball-WM gesagt! Die Chinesen haben die PingPong-WM gewonnen.
GT:
Du hast nix von PingPong-WM gesagt..
LZ:
Ich denke, Du weisst alles! Also, warum hast Du nicht gewusst, dass ich die PingPong-WM meine ?
GT:
Weil ich prinzipiell keine Gedanken lese. Die Gedanken sind frei. Und Deine Gedanken, da ekelts mich sowieso.
LZ:
Aha, meine Gedanken ekeln Dich. Woher weisst Du das denn, wenn Du sie nicht liesst? Hab ich ich Dich ertappt. Wie war das nochmal ? "Du sollst nicht lügen."
GT:
Oh Gott! Jetzt kommt die Leier. Was kann ich denn dafür, dass ich allwissend bin und doch Deine Gedanken kenne ?!
LZ:
Wie sagst Du? "Oh Gott!" ?
GT:
Was?
LZ:
Du hast gerade eben "Oh Gott" zu mir gesagt. Erkennst Du es endlich an, dass ich auch ein Gott bin?! Erkennst Du endlich, dass ich gleichwertig bin!
GT:
Ja, gleichwertig mit so einem Arschloch wie Hitler!
LZ:
(wütend, aufgeregt) Gleichwertig mit Hitler! Mit einem Mensch! Nichts! Ich bin viel schlimmer als Hitler, gegen mich war Hitler ein Samariter! Ich bin Luzifer, ...
GT:
...Der Schrecken der Strasse...
(Allgemeines Gelächter im Publikum)
LZ:
(fluchend) Alle werden sie in der Hölle schmoren...
GT:
Jaja, wird noch nichtmal alleine mit ein paar Katzen fertig, aber will gleichwertig sein mit mir. Armer Irrer.
(LZ verschwindet mit einem Knall)
TM:
Wo ist er hin?
GT:
Verstärkung holen, gleich kommt er mit Adolf, der hat rhetorisch mehr drauf...
TM:
Mit Adolf Hitler?! Nein! Also der kommt mir nicht in meine Show! Das geht rechtlich nicht, mit Verfassungsschutz und so...
GT:
Ja, zwei Irre auf einmal ist echt zuviel.
LZ:
(LZ taucht wieder auf): Hoppla, wo ist denn Adolf ?
GT:
Dort wo er hingehört: im Katzen-KZ namens Hölle.
LZ:
Aber ich hab ihn doch hergehext!
GT:
Pech, ich wusste, was Du tun willst und hab ihn vorher weggezaubert.
HD:
Cool! Noch bevor der Teufel ihn hergehexen konnt...
LZ:
Das ist unfair! 
GT:
Zwei gegen einen ist unfair!
LZ:
Zwei gegen einen, dass seh ich ganz anders. Das sind hier 4 gegen mich allein!
GT:
Ich denke, Du hast so viele Anhänger?!
LZ:
Ja muss ich wohl haben, wenn Du das denkst, und Du bist ja allwissend.
GT:
Das war jetzt ironisch gemeint. Ausserdem hast Du gerade zugegeben, dass ich allwissend bin.
(LZ ist baff)
TM:
Meine Herren, äh... Herr und äh.. 
LZ:
Meister!
TM:
Herr Luzifer, die Sendezeit geht zu Ende und ich würde noch gerne etwas über das neue Buch erfahren...
LZ:
Ja im "Katzenhasser III" geht es noch viel krasser zur Sache...
TM:
Ich meine die Bibel.
LZ:
Ach dieser öde Schinken... der Alte braucht doch nur mal wieder Knete für seine Partei...
GT:
Unsinn, die Kirchen sind nicht "meine Partei" und Geld ist was für...
LZ:
Fussballstars.
GT:
Egal. Ich wollte vor allem ein paar Fehler korrigieren, die ein paar Analphabeten und Abschreiber in meinen Erstling, aber auch in das "Neue Testament" eingebaut haben.
HD:
Dat warn bestimmt nich die Analphabeten, dat waren Kombjudär Fehler von dem Windoos un so...
LZ:
Ja Heinz! Gib's Ihm!
GT:
Haltet doch die Klappe!
HD:
Tschuldigung.
LZ:
Quatsch, er wollte nur seine "Sturm und Drang"-Phase im ersten Teil nicht mehr wahr haben. Und jetzt schiebt er's auf die Schreiber. Das ist schäbig!
GT:
Blabla! 70% von dem Zeug im 'Alten', haben irgendwelche Spinner im Laufe der Jahrtausende dazuerfunden, abgeändert oder missinterpretiert. Und scheisse übersetzt. Und ausserdem muss man mal alles, zumindest hier in Deutschland, wegen der Rechtschreibreform, überarbeiten. Wie sollen die Kinder richtig schreiben lernen, wenn's in der Bibel falschgeschrieben wird.
HD:
Genau. Ick hab auch immer die Bibel lesen sollen, un dat is nu draus geworden. Meine Alte is mitm Nescher weg und mein Buch is vom Windoos un dem Sprech-Erkennungs-Scheiss verhunzt.
GT:
Das kommt aber nicht von der Bibel, das kommt, wenn man das falsche Betriebssystem benutzt.
(Pause)
LZ:
Also wir haben DOS und Win3.1 in der Hölle, das ist gut zum foltern. Ich warte auf den Tag, an dem Bill Gates  zu uns kommt.
PB:
Also ich hab mein Buch auf 'nem Mac geschrieben. Das ging gut. Aber als ich dann 2 Disketten formatieren musste, um's an den Verlag zu schicken, da war's plötzlich sooo lahm und hing!
HD:
Ich hab Windoos 95.
TM:
Ich glaube, hier geht es eigentlich um Literatur, aber da wir eh schon 'ne viertel Stunde überzogen haben und danach eigentlich der ComputerClub käme, können wir auch noch über Computer reden.
GT:
Okay, also ich mach alles im Kopf, mit dem heiligen Geist. Das geht schneller und ist fehlerfrei.
LZ:
Man nennt das auch Technophobie. Ich persönlich nutze Unix, das ist so schön kryptisch. Aber meine Kunden kriegen Windows-Clients. Damit kann man sie total zur Weisglut treiben.
TM:
Ich glaube hier im Studio, das sind alles Amigas und Spezialcomputer.
HD:
Mein Neffe, der Kevin, hat jetz en Bläh-Sdähschen-Zwei. Da gibts geile Spiele für. 'Gähms', sacht'n dazu.
LZ:
Ja: Quake Arena, Hellbender und Armaggedon3
PB:
Da gibt's bald auch ein Fussball-Spiel "Paul Breitner's Bundesliga Libero", wo ich ...
LZ:
Tantiemen kassiere...
PB:
Nein ich hab da richtig mitgearbeitet, beim Konzept und so...
LZ:
Rinaldos WorldCup is viel besser.
HD:
Genau! Dat hat der Kevin auch.
LZ:
Und was gibt's neues, geiles im Himmel, Alter!
GT:
Da sind alle wie die Engel und glücklich vereint mit mir.
LZ:
Wie öde!
PB:
Gibt's Fussball im Himmel?
GT:
Wozu?
LZ:
Der Ball würde doch immer runterfallen, hähä!
GT:
Quatsch!
HD:
Muss man im Himmel lesen können?
LZ:
Ja an der Eingangspforte, da steht:: "Katzen müssen draussen bleiben" 
GT:
Red' kein Scheiss! Im Himmel kann jeder lesen, sogar Hunde und Katzen.
TM:
Kann meine Katze mich dann verstehen ?
LZ:
Das interessiert doch echt kein Schwein.
PB:
Ja, klar, aber nur, wenn sie's schriftlich kriegt! 
GT:
(lacht) Der war echt gut, hohoho!
TM:
Also ich glaube unsere Sendezeit ist nun kräftig überschritten, ich danke nochmal allen Anwesenden ganz herzlich. Nächstes mal hier zu Gast: (TM in Kamera; Abspann läuft an). Salman Rushdie mit seinem neuen Buch: "Mullahs haben... " äh...
LZ:
...kleine Schwänze!
TM:
Genau. Und Paul Schröder mit "Underdog. Mein Leben in Trier-West"
LZ:
Armes Schwein, soll zu mir kommen, da geht's ihm besser,hähä.
TM:
Gadaffie: "Das Grüne Buch Teil II - vom Wüsten-Rebell zum Öko-Terrorist".
LZ:
Gadaffie ist lau. Sadam, der geht ab!
GT:
Aber der schreibt bald nix mehr, hähä!
TM:
Und Günther Gras mit dem Ratgeber: "Kiffen für Dummies". 
Ende.